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Red Bull, Hangar-7

 

Der Hangar-7 am Airport in Salzburg stellt eine weltweit wohl einzigartige Kombination aus Flugzeug-Hangar, Kunstgalerie, Gastronomie und Erlebnisbereich  dar. Mit seiner Eröffnung im August 2003 begann eine Serie außergewöhnlicher Eigen- u. Fremdveranstaltungen, wobei die Ansprüche an Technik, Ausführung und Qualität als gehoben bezeichnet werden können.

 

Der Hangar

Von außen betrachtet zitiert der Hangar-7 die Grundform eines Flügels. Im Gebäude selbst eröffnet sich eine beinahe himmlische Weite. Eine aus Glas und Stahl bestehende Schalenkonstruktion, mit einer maximalen freien Spannweite von ca. 95m x 66m, überspannt dabei eine Grundfläche von 3700m² und umschließt einen Bruttorauminhalt über Niveau von 49.100 m³.

Daraus ergeben sich beeindruckende physische und optische Dimensionen, die in der Praxis allerdings mit einer Nachhallzeit von über 6 Sekunden einhergehen, was eine echte Herausforderung in Bezug auf beschallungstechnische Überlegungen darstellt. Über Jahre hinweg wurde hierzu auch kein restlos befriedigender Ansatz gefunden und in der Beschallungsszene mehrten sich Aussagen zu den schwierigen akustischen Arbeitsverhältnissen.Hausintern standen zudem der hohe Installationsaufwand pro Veranstaltung zur Diskussion, die aufwändigen, aber unvermeidbaren Kabelführungen, sowie die allgegenwärtige Präsenz der geflogenen und/oder auf Stativen platzierten Lautsprecher. Diese Umstände standen in starkem Kontrast zu den Vorstellungen des Hauses von einem optisch kompatiblen Gesamteindruck, was – gemessen an der Erscheinung des Hangars – nur allzu verständlich scheint. Zudem schienen die erzielbaren Ergebnisse im Sinne der Sprachverständlichkeit, der Homogenität der Schallpegelverteilung und nicht zuletzt auch der Wiedergabequalität noch verbesserungswürdig.

Aller Anfang ist schwer

Dieser Herausforderung begegneten wir erstmals 2006. Aufgrund unserer Erfahrungen, die wir bis zu jenem Zeitpunkt bereits mit Alcons Audio gesammelt hatten, und der sich in der Praxis hervorragend bewährenden Pro-Ribbon Technologie, entwarfen wir ursprünglich das Konzept einer Fixinstallation im Hangar für Sprachdurchsagen und Hintergrundbeschallung. Erklärtes Ziel: kompromisslose Sprachverständlichkeit in allen Bereichen des Hangar-7. Aufgrund des sich bei diversen Testreihen abzeichnenden Bedarfsprofils erfuhr unser Konzept jedoch entsprechende Erweiterungen, bis wir schließlich eine komplette Audioausstattung anboten, die den Hangar-7 auch weitgehend von zu mietendem Equipment unabhängig machen sollte. Schließlich führten unsere Überlegungen vor allem auch noch zu mobilen Beschallungseinheiten, die im praktischen Veranstaltungsalltag des Hangar-7 erst jene Flexibilität ermöglichen, die wir sozusagen als Grundvoraussetzung für die im Hangar-7 stattfindenden Veranstaltungen feststellten.

In der Theorie effektiv…

Die Anlage umfasst vier Lautsprechereinheiten, ausgeführt als 5,80m hohe Lautsprecher-Towers. Aus statischen Gründen sind diese über 1200Kg schwer, aber trotzdem mobil, und sind optisch grandios in das spezielle Ambiente des Hangars integriert. Für das Design im Auftrag von Red Bull verantwortlich: Sebastian Kissler & Sebastian Eidenböck, Wien. Diese Tower bestehen aus jeweils 4 Stück übereinander angeordneten Alcons Audio QR36 Pro-Ribbon Zylinderwellenmodulen (4m), einem Stück Alcons Audio QB363 3×12“ Bassmodul (1m) darunter, die Linie ergänzend, und obenauf, in die Säule integriert, jeweils ein Stück. Alcons Audio ALC4 und 1Stk. ALC2 Controller-Verstärker, sowie einer Breakout-Box CAB4n von Peavey. Dazu kommt noch ein Medienkonverter von LWL auf Cobranet, der im Anschlussgehäuse des Towers sitzt, welches leicht erreichbar auf der Oberseite des Basslautsprechers angebracht ist. Die Anschlüsse eines Towers bestehen lediglich aus einem Powercon und einem LWL Anschluss.

Die Funktionsweise ist im Grunde genommen relativ simpel: die Zylinderwellenmodule von Alcons Audio arbeiten in dieser Länge in weiten Bereichen als perfekte Zylinderwellenstrahler mit breiter horizontaler Abstrahlung von 90° bis 20kHz, und quasi perfekter Einengung in der vertikalen Ebene mit nicht mehr als 3°. Eine akustische Anregung des Raumes wird somit auf ein absolutes Minimum beschränkt, die Schallenergie mit enormer Wurfweite direkt in das zu beschallende Publikum gelenkt. Zudem werden auch jene Bodenreflexionen vermieden, welche bei geflogenen Systemen wiederum unweigerlich zu einer starken Anregung des Raumes führten und somit die Sprachverständlichkeit deutlich verschlechterten.

… Ebenso wie in der Praxis

Ein Beispiel: selbst wenn man an die hundert Meter längs durch den Hangar spielt – bei über 6 Sekunden Nachhall, wohlgemerkt – ist Sprachverständlichkeit so selbstverständlich, als gäbe es dieses Thema gar nicht.

Durch den Einsatz der von Alcons Audio patentierten Pro-Ribbon Technologie liegt die Qualität der Audiowiedergabe zudem auf allerhöchstem Niveau – und das bei beinahe beliebigen Lautstärken! Wobei hier vielleicht auch noch anzumerken wäre, dass auch die Schallpegelverteilung über die Entfernung aufgrund der perfekten Wirkungsweise der Zylinderwellencharakteristik als exemplarisch gut zu bezeichnen ist.

Des Weiteren gibt es ein Stagerack, ausgeführt mit 24 Inputs u. 8 Outputs, analog als XLR ausgeführt und mit der Option auf Erweiterung der Kanalzahl. Dazu ein FOH Rack mit 24 Outputs, sowie 12 Inputs, ebenso analog ausgeführt und bei Bedarf wiederum jederzeit erweiterbar. Schließlich steht auch ein 8-Kanal Optimizer von Trinnov Audio zur Verfügung, der digital in das Audionetzwerk eingebunden ist und je nach Bedarf und Einsatzzweck der Lautsprechertower die Systemperformance erweitert. Das Audionetzwerk besteht aus einer NION n3 von Peavey in zentraler Position, Umsetzern von Cobranet auf LWL, einem bidirektionalen LWL Distributionsnetzwerk und zwölf im Hangar verteilten Anschlussfeldern mit jeweils zwei LWL – Anschlüssen. Gemäß den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Veranstaltungen, werden die einzelnen Systeme einfach über LWL mit dem Audionetzwerk in den jeweils gewünschten Positionen verbunden. Konsequenter Weise gibt es pro Verteiler auch einen eigenen Stromkreis, auch wenn dieser aufgrund der erdfreien Verbindung der Audiosysteme nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

Eine neue Ära

Dass das gesamte Audiosystem per Notebook über WLAN kontrollierbar und steuerbar ist, gehört sozusagen zum Standard des guten Tons. Die Komplexität der Programmierung, welche hinter dem System steht und die zweifelsohne eine Herausforderung war, tangiert den Anwender hierbei nicht. Dieser arbeitet ausschließlich mit einer sehr überschaubar strukturierten und anwenderfreundlichen Bedienoberfläche, deren Programmierung ihm alle Möglichkeiten bietet, sämtliche relevanten Systemparameter zu überblicken und zu steuern. Ergebnis der Installation ist eine außerordentlich flexible Gesamtlösung, die das Potential hat, so gut wie allen beschallungstechnischen Herausforderungen auf höchstem Niveau zu begegnen. Dabei sind die erzielten Ergebnisse so gut, dass hier durchaus von einer neuen Ära der Beschallung im Hangar-7 gesprochen werden kann.